17. November 2021 – Peter Fath

Weihnachtsmärkte stehen auf der Kippe

Die Städte und Kommunen sollen selbst entscheiden

Weihnachtsmarkt Eule Dekoration - Foto: Rita E/pb
Weihnachtsmarkt Eule Dekoration - Foto: Rita E/pb

Am Besten informierst Du dich vor dem Besuch deines Lieblings-Weihnachtsmarktes nochmal kurz über den aktuellen Stand.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will den Kommunen und Veranstaltern der Weihnachtsmärkte den Corona-Schutz ihrer Besucher und Besucherinnen selbst überlassen - und stößt damit auf geteiltes Echo. Die Stadt Mainz weiß noch nicht genau, für welche Regeln sie sich entscheidet. Man prüfe verschiedene Optionen, warte aber vor der Entscheidung noch die Beratungen von Bund und Ländern am Donnerstag zu Corona ab, sagte Stadtsprecherin Leonie von Bremen.

Landeseinheitliche Regelungen seien bisher nicht geplant, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). Denn: "Es gibt nicht den einen Weihnachtsmarkt, sondern viele verschiedene." Die Veranstalter und Kommunen dürften aber mit 2G planen - also nur Geimpfte und Genesene zulassen. Die Maskenpflicht sei auch eine Möglichkeit nicht nur für Weihnachtsmärkte, sondern auch für Fußgängerzonen.

Maskenpflicht in der Warteschlange etwa am Glühwein- oder Bratwurststand sollte aber nach Ansicht der meisten Mitglieder des Gemeinde- und Städtebunds als Minimum vom Land vorgegeben werden, sagte Sprecherin Agneta Psczolla. "Für viele ist es schwer fassbar, dass es gar keine Auflagen geben soll."

Einige wenige Städte wie etwa Ingelheim erwägten 2G als Voraussetzung und könnten dies wegen der Gegebenheiten vor Ort auch gut eingrenzen und kontrollieren. Einlasskontrollen und die Kontrolle der Maskenpflicht seien auch nicht ganz einfach und kosteten Geld.

Kleinere Gemeinden sähen sich auch überfordert, in eigener Verantwortung über Vorgaben zu entscheiden, sagte Psczolla. Klare Regeln statt eines Flickenteppichs sei vielen lieber, auch weil es sehr schwierig für sie sei, die Gesundheitsgefahren selbst einzuschätzen. -dpa

Andere Weihnachtsmärkte

Angesichts der sich verschärfenden Pandemie-Lage geraten die Weihnachtsmärkte im Südwesten immer stärker unter Druck. In kleineren Städten wurden die ersten wieder abgesagt, doch Städte wie Stuttgart, Karlsruhe und Ulm halten bisher an ihren Märkten trotz der Corona-Alarmstufe ab diesem Mittwoch fest.

Unter dem Münster in Ulm wurden schon am vergangenen Samstag die Buden der Händler aufgebaut. Und auch am Beginn des Markts am nächsten Montag soll festgehalten werden, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Der Aufbau erlaube eine Umsetzung der 2G-Regel mit Zugang nur für Geimpfte und Genesene, hieß es. An vier Eingängen soll es in Ulm Zugangskontrollen geben.

Der Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt soll ebenfalls wie geplant am 24. November erste Besucher empfangen dürfen. Ob es dazu kommt, ist derzeit aber unsicher. Es gebe aktuell noch Gespräche zum Umgang mit der Corona-Lage, sagte eine Stadtsprecherin.

Auch Karlsruhe hält an seinem Christkindlesmarkt und dem Beginn am kommenden Montag fest. Mit der Alarmstufe gilt hier gleichfalls die 2G-Regel. Für die Gastro-Bereiche mit Glühwein, Bratwurst und Waffeln sehen die Veranstalter Zäune zur Absperrung vor.

Kleinere Städte wie Isny im Allgäu und Bad Krozingen im Schwarzwald haben indessen ihre Weihnachtsmärkte mit Blick auf die derzeitigen Corona-Infektionszahlen wieder abgesagt. "Schweren Herzens" habe man sich dazu entschieden, teilte die Stadt Bad Krozingen am Montag mit. In Isny wird es die für Dezember geplante "Schlossweihnacht" nun nicht mehr geben. Dies sei "eine Entscheidung, die wehtut", hieß es vom Stadtmarketing mit Verweis auf die steigenden Infektionszahlen und die Situation in den Krankenhäusern. -dpa

Aktuell

Der Christkindl Markt in Nürnberg findet statt, der Christkindlmarkt in München ist abgesagt.

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