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James Blunt live in der Rockhal am 5. März 2020 | Foto: Peter Fath

Von Postcards bis Monsters eine perfekte Show

Trotz Corona-Hysterie kamen gut 4.000 Zuschauer in die renommierte Rockhal im luxemburgischen Esch/Alzette, um Altmeister James Blunt zu sehen. Gute Entscheidung! Einmal, das Konzert stattfinden zu lassen, das immerhin neben den Luxemburgern auch viele Gäste aus Frankreich, Belgien und Deutschland anlockte. Und dann natürlich, James Blunt in bester Form und mit starker instrumentaler Begleitung, sowie einer fantastischer Show auf der Bühne zu sehen.

Um 20 Uhr enterte James Blunt überaus pünktlich die Bühne. Wer öfters Konzerte in Luxemburg besucht, der weiß, dass die Veranstalter Atelier und Rockhal nachmittags einen sehr zuverlässigen Zeitplan über die sozialen Medien veröffentlichen und diesen immer sehr genau einhalten. Ein angenehmes Verfahren, an dem sich viele deutsche Veranstalter eine Scheibe abschneiden könnten.

Im hinteren Bereich gab es Sitzplätze, vorne Stehplätze. Für meinen Geschmack, waren die Sitzplätze zu weit von der Bühne entfernt, aber man konnte unproblematisch in den Innenraum wechseln.

Blunt hatte einen aufwendigen Bühnenaufbau mitgebracht: An der Decke hingen drei bewegliche LCD-Wände, die Band stand erhöht und hinten im Halbrund gab es eine Unmenge fahrbarer Scheinwerfer. Schön, dass der britische Künstler seiner Band genug Raum gab – und doch stand er selbst unablässig im Mittelpunkt der Show. Ob er nur das Mikro in der Hand hielt, Gitarre spielte oder sich am Piano niederließ.

Nach einer Einführung in das aktuelle Album “Once Upon A Mind” gab es mit “Wisemen” und “High” die ersten Hits und Ausflüge in die Anfangszeit seiner Karriere, die inzwischen sechs erfolgreiche Studioalben umfasst. “Wisemen” brachte die ersten Zuschauer zum Tanzen, bei “High” betörte James mit unglaublich hohen Vocals – seinem Markenzeichen. Dann ging es ans Klavier und während er “Champignons” im Stehen intonierte, gab es “Goodbye My Lover” sitzend als echte Pianoballade.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Blunti sein Publikum ohnehin voll im Griff. Er überzeugte mit liebenswerten und warmherzigen Ansagen, erzählte dabei von einem OneRepublic Konzert, das er als Zuschauer in der Rockhal erlebt hatte. Und er spielte mit dem Vorurteil, dass nur Frauen seine Songs lieben. Die hohe Anzahl vertretener Männer im Publikum, die ihn begeistert feierten, strafte ihn aber Lügen.

Die Songauswahl war gut und eingängig. “The Greatest” und “I Told You” feierten die Kindheit, “Halfway” verbreitete gute Laune als Uptempo Song, “Carry You Home” wurde akustisch dargeboten und “Postcards” gab es mit kleiner Ukulele.

Ab 21 Uhr stieg die Hitdichte merklich an: “Stay The Night” und “You’re Beautiful” waren an der Reihe. Danach gab es zur Belohnung ein Handy-Lichtermeer und die Ballade “Same Mistake”.

Für “OK”, seinen Hit im Verbund mit Robin Schulz, schaffte es James, das Stehpublikum zum Hinsetzen auf dem Hallenboden zu bewegen. Und auf Kommando wurde dann aufgesprungen und gefeiert.

Die Ballade “Monsters” über Blunts Vater beendete gegen 21.20 Uhr den Hauptset. Im Zugabenblock gab es das fröhliche “Cold”, den Hit “1973” und “Bonfire Heart” entließ ein fröhliches Publikum in die farbige Industrieromantik von Esch. James Blunt kam, sah und überzeugte – selbst diejenigen, die seine Musik nicht so oft hören. (Text: A. Weist)

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