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Reese Witherspoon - Foto: Nina Prommer/dpa

Wie Filme in der Isolation inspirieren können.

Viele Menschen bleiben seit Tagen vermehrt zuhause und haben weniger Kontakt zu Familie und Freunden. Zeit allein - das kann durchaus eine Herausforderung sein! Vielleicht helfen Erfahrungen aus Kinofilmen.

Keine Kinobesuche, keine Treffen mit Freunden und überhaupt weniger Kontakte zu anderen Menschen - wegen der Coronavirus-Krise bleiben derzeit sehr viele Menschen zuhause und steigen häufig auch aufs Arbeiten in den eigenen vier Wänden um.

Doch wie geht man mit dieser Zeit um, in der man nun plötzlich ziemlich auf sich selbst gestellt ist? Singles trifft das besonders, doch auch Paare und Familien werden merken, dass sie deutlich mehr Raum für sich und ihre Gedanken haben. Auch in Kinofilmen spielen Isolation und Einsamkeit eine große Rolle. Ein Überblick.

DAS LEBEN ORDNEN: Reese Witherspoon läuft in dem auf wahren Begebenheiten basierenden Drama «Der große Trip - Wild» los, um 1600 Kilometer allein quer durch die USA zu wandern. Sie will ihre Vergangenheit verarbeiten und mit sich selbst ins Reine kommen.

So einen Gewaltmarsch muss man jetzt zwar nicht starten, doch die Erfahrungen von Filmfigur Cheryl Strayed sind durchaus eine Inspiration. Schließlich können weniger äußere Eindrücke und weniger Kontakte zu anderen tatsächlich helfen, sein Leben zu überdenken und vielleicht sogar für die Zeit nach dem Virus neu zu ordnen. Was brauche ich in meinem Leben wirklich? Was ist mir wichtig? Was möchte ich künftig weglassen, was aber endlich mal anfangen?

NEUE KONTAKTE KNÜPFEN: Gut, mit einem hungrigen Tiger wollen wir jetzt auch nicht allein sein! Doch das, was der junge Mann Pi in Ang Lees Literaturverfilmung «Schiffbruch mit Tiger» bei seiner Bootsüberfahrt über den Ozean erlebt, ist in Ansätzen auch auf die heimische Isolation übertragbar. Denn Pi und der Tiger werden in dieser Ausnahmesituation zu Partnern - möglicherweise knüpfen auch in Deutschland Menschen nun unverhofft engeren Kontakt zu Nachbarn oder einem zugelaufenen Haustier.

KIND SEIN: In der Verfilmung des Klassikers «Wo die wilden Kerle wohnen» fängt US-Regisseur und Oscar-Gewinner Spike Jonze wunderbar das Gefühl von Verlorensein ein, das einen als Kind schon ereilte. Das ist aber nicht nur berührend und traurig, sondern macht auch Mut: Dem kleinen Max und seinen Freunden tut es gut, manchmal einfach loszulassen und wild zu spielen. Kind sein, laut singen, spielen, umhertoben: Das könnte Anspannungen abbauen - und der Vorteil ist, dass zuhause ja eh kaum einer zuschauen und auslachen kann!

ANDEREN HELFEN: Als Kind hatte die kleine Amélie nur wenig Kontakt zu anderen Menschen, selbst ihre Eltern vermieden Umarmungen oder andere Liebkosungen. Auch als erwachsene Frau, in dem gefeierten Film «Die fabelhafte Welt der Amélie» von Audrey Tautou verkörpert, kennt sie das Gefühl von Einsamkeit noch gut. Amélie erkennt außerdem, wie viel Freude es ihr darum macht, anderen zu helfen.

Die Coronavirus-Krise bringt ebenfalls viele Menschen näher zusammen: In zahlreichen Ländern sind bereits Aktionen gestartet, um gerade Ältere zu unterstützen und ihnen Hilfe anzubieten. Möglicherweise sind Nachbarn dankbar, wenn man für sie einkauft, ihnen beim Lieferservice ein Abendessen mitbestellt oder ihnen einen Skype-Account zum Kontakthalten mit ihren Enkeln einrichtet. (dpa)