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Der Direktor und Generalmanager der CLT starb im Alter von 95 Jahren

Mit großer Trauer erfuhr die RTL Group vom Tod von Gust Graas, der von 1975 bis 1988 Direktor und General Manager („administrateur-directeur général“) der CLT war, dem Vorgängerunternehmen der RTL Group. Gust Graas starb in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2020 im Alter von 95 Jahren.

Thomas Rabe, CEO der RTL Group, sagt: "In Gust Graas haben wir einen Mann verloren, der die Geschichte und den Erfolg unserer Gruppe geprägt hat. Die Tatsache, dass die RTL Group zu Europas führendem audiovisuellen Unternehmen geworden ist, ist auch größtenteils seine persönliche Leistung. In den 1970er und 1980er Jahren gelang es ihm, die CLT zu einem starken europäischen Unternehmen zu machen und den Grundstein für seine spätere Entwicklung zu legen. Obwohl er seinen Blick weit über die Grenzen Luxemburgs hinaus richtete, gelang es ihm, seine Kollegen und Mitarbeiter nie aus den Augen zu verlieren . Während er als Visionär in Erinnerung bleibt, der für seine Professionalität respektiert und geschätzt wird, wird er auch für seine Menschlichkeit, Freundlichkeit und sein Engagement für soziale Zwecke geschätzt. Er war ein wirklich großartiger Mann! "

Am 16. März 1952 trat Gust Graas als junger Anwalt der Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion (CLR) bei und stieg dann zum ersten Leiter der Personalabteilung und am 13. Dezember 1952 zum Generalsekretär auf. Knapp 20 Jahre später, am 8. November 1972, wurde Graas zum stellvertretenden Generaldirektor ("directeur général adjoint") von CLT ernannt. Am 25. März 1975 übernahm er die Spitzenposition und blieb danach bis zum 6. Juli 1988 Direktor und Generaldirektor des Unternehmens.

Als der Mann hinter dem Start des deutschsprachigen Fernsehsenders "RTL Plus" im Jahr 1984 unterstützte er zusammen mit Bertelsmann aktiv dessen Entwicklung und der Sender wurde zum Flaggschiff der RTL Group. Am 16. Mai 1989 würdigte der Verwaltungsrat den enormen Beitrag von Graas der in seiner 36-jährigen Karriere massiv zum Fortschritt der CLT beigetragen hat, indem er ihm den Titel eines "Honorary General Managers" verlieh. Er blieb bis 1999 Honorary General Manager des Unternehmens und behielt bis zu diesem Datum seinen Sitz im Vorstand der CLT-UFA. Auch während seiner Pensionierung blieb Graas ein treuer Freund der RTL Group und verpasste nie die Gelegenheit, seine ehemaligen Kollegen und Freunde im Corporate Center zu besuchen, wo er immer mit offenen Armen empfangen wurde.

Graas prägte zuerst die CLR, dann die CLT in den entscheidenden Momenten in der Geschichte der RTL Group. Nachdem er 1952, kurz nach der wirtschaftlichen Erholung des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg, der CLR beigetreten war, war er an zahlreichen ehrgeizigen Projekten beteiligt, um die CLR auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Er erlebte die Anfänge der CLT im Fernsehen ab 1955 und spielte eine aktive Rolle, die dazu führte, dass er Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre mit der Geschäftsführung des Senders "Télé Luxembourg" betraut wurde.

1957 unterstützte Graas den Start eines deutschsprachigen Radiosenders, wobei er die damaligen Vorbehalte der französischsprachigen Mehrheitsaktionäre beiseite schob. Der spätere Erfolg von Radio Luxemburg hat ihm Recht gegeben, ein Szenario, das sich im Zusammenhang mit folgenden Projekten häufig wiederholt. Dank seiner Beharrlichkeit wurde 1969 seine Idee, eine wöchentliche TV-Sendung in Luxemburg zu starten, endlich verwirklicht. Er beschloss, das Programm "Hei Elei Kuck Elei" zu nennen, und dieses Angebot war ein Vorläufer des heutigen Senders RTL Télé Lëtzebuerg.

1984 war er einer der Architekten bei der Gründung des deutschsprachigen Fernsehsenders RTL Plus, dessen Einführung zweifellos einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte unserer Gruppe darstellte.

Als wahrer Visionär hat Graas während seiner langen und beeindruckenden Karriere nie die strategische Notwendigkeit aus den Augen verloren, die CLT langfristig auszurüsten, und es immer geschafft, die Gruppe von jedem Versuch abzuhalten, sie auf nur einen europäischen Markt zu lenken. Auf diese Weise gelang es ihm, unserer Gruppe eine europäische und internationale Dimension zu verleihen. Gust Graas hörte immer zu, was die Mitarbeiter des Unternehmens zu sagen hatten, um ihr Wohlbefinden zu gewährleisten.