Rheinland-Pfalz

Budget-Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

Stadtverwaltung Trier will dieses Modell jetzt auch selbst umsetzen

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Das Budget für Arbeit ist eine staatliche Leistung, die Menschen mit Behinderungen den Übergang aus einer Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht. Arbeitgeber erhalten bei diesen sozialversicherungspflichtigen Jobs bis zu 75 Prozent des Arbeitsentgelts. Zudem wird bei Bedarf eine Begleitung durch einen Jobcoach oder eine Assistenzkraft finanziert. Dieses Modell soll jetzt auch in der Stadtverwaltung umgesetzt werden und wurde schon im Beirat für behinderte Menschen vorgestellt. Details erläutert Personalchef Alexander Fisch.

Warum beteiligt sich die Stadtverwaltung an dem Budget für Arbeit?

Als kommunaler Arbeitgeber mit sozialer und öffentlicher Verantwortung ist es unsere Pflicht, Chancengleichheit und Inklusion zu fördern. Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung stärkt die Vielfalt und das soziale Miteinander in der Verwaltung und trägt zu ihrer Vorbildfunktion bei. Zudem schöpfen wir so das Potenzial aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt aus und leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe. Die Stadtverwaltung hat schon viele Maßnahmen ergriffen, um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gezielt zu unterstützen – von barrierefreien/ barrierearmen Arbeitsplätzen über individuelle Unterstützungsangebote bis zu Sensibilisierungsmaßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeitende. Damit setzen wir ein klares Zeichen für eine inklusive und zukunftsorientierte Arbeitswelt, was nicht zuletzt durch das regelmäßige Erreichen der Fünf-Prozent-Quote von Stellen, die mit schwerbehinderten oder gleichgestellten Personen besetzt sind, belegt wird. Auch wenn wir schon vielfältige Projekte umsetzen, ist es wichtig, dieses Engagement kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Anforderungen und Bedürfnisse verändern sich – bei den Beschäftigten und den gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ein stärkeres Engagement ermöglicht es, die Strukturen weiter zu verbessern, neue Potenziale zu erschließen und als moderner, inklusiver Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Zudem stärken wir unsere Vorbildfunktion und setzen ein deutliches Zeichen für gelebte Teilhabe, Wertschätzung und soziale Verantwortung.

In welchem Umfang soll das geschehen?

Im Stellenplan 2026 wurden zwei Stellen als Budget-Arbeitsplätze geschaffen. Dies dient einer sorgfältigen und nachhaltigen Umsetzung. So können wir in einem überschaubaren Rahmen wertvolle Erfahrungen sammeln, geeignete Strukturen etablieren und lernen, wie sich die Integration von Menschen mit Behinderung im Arbeitsalltag noch weiter verbessern lässt. Zudem ermöglichen diese Stellen eine enge Begleitung und bedarfsgerechte Unterstützung, was sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die beteiligten Teams vorteilhaft ist.

Steht schon fest, in welchem Amt der Trierer Stadtverwaltung diese Budget-Arbeitsplätze eingerichtet werden?

Sie wurden in Form eines Stellenpools geschaffen, um eine höchstmögliche Flexibilität zu gewährleisten. Hierzu wird zunächst in der Stadtbücherei, die im Bildungs- und Medienzentrum angesiedelt ist, eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in der technischen Buchbearbeitung gesucht. Weiterhin soll die zweite Stelle voraussichtlich im Dezernat II besetzt werden. Der genaue Zuschnitt befindet sich aber noch in der Abstimmung.

Arbeitet die Stadtverwaltung bei der Anleitung und Begleitung der Stelleninhaber mit externen Partnern zusammen?

Grundsätzlich findet zu den Stellen ein Austausch zwischen der Stadtverwaltung und den lokalen Trägern oder Einrichtungen statt. Für eine eventuell notwendige Anleitung muss zunächst abgewartet werden, welche Bewerbung erfolgreich ist, da sowohl die Notwendigkeit als auch die Inhalte einer Anleitung beziehungsweise Begleitung individuell in Abhängigkeit von der Einschränkung des Mitarbeitenden sowie von den Erfahrungen des jeweiligen Teams zu gestalten sind. Bei vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit wurden sowohl die Mitarbeitenden als auch die Teams für den jeweiligen Umgang miteinander geschult und als Gruppe entwickelt.

Gibt es dazu einen Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen?

Ja, insbesondere die Stadt Stuttgart gilt für uns als Best-Practice Beispiel, da derartige Stellen bereits seit Jahren erfolgreich etabliert sind.

Quelle: Pressemeldung der Stadt Trier

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