Trier

Neues aus dem Karl-Marx-Haus

Museum Karl-Marx-Haus plant neue Veranstaltungsformate

Martin Schulz und Jürgen Schmidt - Foto: Birgit Reichert/dpa
Martin Schulz und Jürgen Schmidt - Foto: Birgit Reichert/dpa

Mit Lesungen, Vorträgen und kleinen Sonderausstellungen will das Museum Karl-Marx-Haus zusätzliche Besucher ansprechen.

Das Programm richte sich einerseits an die Trierer Stadtbevölkerung, die die Dauerausstellung im Geburtshaus von Karl Marx bereits kenne, sagte der neue Leiter des Museums, Jürgen Schmidt, am Montag in Trier. Zudem könnten Veranstaltungen auch im Internet übertragen oder über die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) einem breiterem Publikum zur Verfügung gestellt werden.

Historiker Schmidt, der das Museum seit 1. Juli leitet, plant zum Beispiel Lesungen unter dem Titel "Klasse Buch". Dort sollten nicht nur Autoren von Sach- und Fachbüchern eingeladen werden, sondern auch von Romanen. In einer Vortragsreihe "Marx bewegt. Bewegt Marx" gehe es um "eine Aktualisierung" von Marx und auch um ein "kritisches Hinterfragen".

Der umstrittene Denker Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren: In einem barocken Wohnhaus, in dem heute das Museum Karl-Marx-Haus untergebracht ist - in Trägerschaft der FES. Marx verbrachte die ersten 17 Jahre seines Lebens in Trier. Er gilt als geistiger Vater des Kommunismus.

Der Leiter der FES, Martin Schulz, war am Montag zum seinem ersten Besuch im Museum. Er sei sehr beeindruckt von der Ausstellung, sagte er. Marx sei "eine der epochalen Figuren des industriellen Zeitalters mit einer enormen Auswirkung" auf das 20. Jahrhundert gewesen. Man müsse den Theoretiker aber in seiner Zeit sehen.

Die Ausstellung im Haus zeige auch, was bestimmte Strömungen in der Arbeiterbewegung aus Marx gemacht hätten: "Nämlich eine Religion, eine Kanonisierung (...) und das ist falsch", sagte Schulz. Die Überhöhung bestimmter Thesen von Marx sei auch einer der Gründe gewesen, der die Arbeiterbewegung "sehr entzweit" habe.

2020 wurden im Museum Karl-Marx-Haus coronabedingt nur rund 22.000 Besucher gezählt. 2019 waren es noch rund 53.000 Personen gewesen. -dpa

undefined
RTL Radio Live
Audiothek