Saarland

Stärkerer Ausbau erneuerbarer Energien

Anke Rehlinger fordert mehr Windräder und Photovoltaikanlagen

Windräder - Symbolbild
Windräder - Symbolbild

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) macht sich für einen Ausbau von Windrädern und Photovoltaikanlagen im Saarland stark.

"Ich will den Anteil der erneuerbaren Energien am Strombedarf für das Saarland bis 2030 mindestens verdoppeln", sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Und zwar auf 40 Prozent. Das soll in einem Energiefahrplan festgeschrieben werden, den Rehlinger in der nächsten Woche vorstellen will.

"Der Ausbau der erneuerbaren Energie ist nicht nur aus Klimaschutzgründen notwendig, sondern auch für unsere Industrie", sagte Rehlinger. Jeder müsse dazu seinen Beitrag leisten. "Wir können uns unehrliches Reden und dann Nichthandeln nicht mehr leisten." Es gehe nicht, auf der einen Seite wortreich über grünen Stahl zu reden und zu sagen, dass darin die Zukunft liege - und sich dann gleichzeitig einer Debatte über den Ausbau der neuen Energie zu verschließen.

Der Energiefahrplan 2030, über den die schwarz-rote Landesregierung noch nicht entschieden hat, birgt gerade in Bezug auf Windkraft politischen Zündstoff. Die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag hat jüngst auf der Grundlage einer Studie erklärt, "die Flächenpotenziale für zusätzliche Windräder im Saarland" seien "nahezu erschöpft".

"Wenn für den Bau neuer Windräder massiv Wald gerodet werden muss, so ist der Beitrag für das Klima am Ende negativ", hatte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Stefan Thielen, erklärt. Stattdessen solle man sich auf Wärmedämmung von Gebäuden und den Ausbau von Photovoltaik - auch auf öffentlichen Häusern - einsetzen. Das sieht die Fraktion der Linken genauso.

Auch sie ist gegen einen weiteren Windkraft-Ausbau. "Windräder beeinträchtigen die Gesundheit der Menschen und das Landschaftsbild und führen zu Vermögensverlusten bei Eigenheimbesitzern", teilte Fraktionsvorsitzender Oskar Lafontaine mit. "Auch für die immer größer werdenden Windkraftanlagen gilt: Man kann die Umwelt nicht schützen, indem man die Natur zerstört."

Den Ausbau von Windkraft im Saarland einfach pauschal abzulehnen - das gehe gar nicht, kritisierte Rehlinger. "Man muss dann auch sagen, dass wir die Ausbauziele für Erneuerbare Energie nicht erreichen werden und dass das bedeutet, dass wir Atom- und Kohlestrom länger brauchen." Derzeit sind zwei Prozent der Landesfläche ausgewiesen für den Bau von Windkraftanlagen, 0,7 Prozent sind bebaut. Möglicherweise müsse man mögliche Zonen ausweiten, um die zwei Prozent realistisch zu machen.

Im Saarland sind bislang 220 Windkraftanlagen in Betrieb. Für 23 weitere laufen bereits Genehmigungsverfahren. Wie viele noch nötig wären, um die angepeilten Ausbauziele zu erreichen, wollte Rehlinger bei der Plan-Vorstellung bekannt geben.

Für "Ehrlichkeit und Sachlichkeit" in der Diskussion plädierte am Sonntag der Bundesverband Erneuerbare Energie. "Das Saarland wird einen deutlichen Ausbau von erneuerbaren Energien benötigen", erklärte Verbandsgeschäftsführer Wolfram Axthelm. Ohne eine starke eigene Erzeugung gebe sich das Land selbst auf. "Die Parteien sollten sich jetzt zusammenraufen und die enormen Chancen einer klimaneutralen, dezentralen Energiewirtschaft für regionale Wertschöpfung und Beschäftigung ergreifen." -dpa

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