Rheinland-Pfalz

Tarifparteien im Einzelhandel uneinig

Warnstreik verschärft Tarifkonflikt im Einzelhandel

Foto: Christoph Gateau/dpa
Foto: Christoph Gateau/dpa

Die Tarifparteien im Einzelhandel in Rheinland-Pfalz stehen in einem schwierigen Tarifkonflikt - jetzt verstärkt Verdi den Druck mit einem Warnstreik.

Am Montag legten nach Angaben der Gewerkschaft 280 bis 300 Beschäftigte die Arbeit nieder, unter anderem in Koblenz, Worms, Kaiserslautern, Grünstadt und Schifferstadt. Auch für Dienstag wurden Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen.

Die Arbeitgeber verlangen in dem Tarifkonflikt, dass auf die Folgen der coronabedingten Schließungen Rücksicht genommen werden müsse. Die Gewerkschaft wirft dem Handelsverband Rheinland-Pfalz vor, in den Verhandlungen für einen Einkommenstarifvertrag zweierlei Maß anzulegen und Beschäftigte bei Verlierern der Corona-Pandemie schlechter stellen zu wollen. "Wir werden nicht zulassen, dass Beschäftigte geteilt werden sollen", sagte die für den Handel zuständige Verdi-Sekretärin Petra Kusenberg. "Da werden wir uns wehren bis zum bitteren Ende."

"Wir wollen nicht die Mitarbeiter aufspalten, nichts läge uns ferner", sagte am Montag der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Rheinland-Pfalz, Thomas Scherer. Der Tarifvertrag müsse aber dem Umstand Rechnung tragen, dass es Firmen gebe, "die sich Erhöhungen nicht wie in vergangenen Jahren leisten können".

Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent und 45 Euro für alle, bei einer zwölfmonatigen Laufzeit. Die Arbeitgeber streben hingegen eine längere Laufzeit an mit flexibleren Möglichkeiten, Lohnerhöhungen umzusetzen, etwa über Staffelungen und Erhöhungen im zweiten Jahr. Zum Schluss der Laufzeit seien dann alle Beschäftigten auf dem gleichen Stand, erklärte Scherer. Die nächste Runde der Tarifverhandlungen ist für den 17. September angesetzt. -dpa

undefined
RTL Radio Live
Audiothek