06. Januar 2022 – Peter Fath

Großregion

Trotz Vollzeitjob kaum Geld

Jeder Fünfte Geringverdiener trotz Vollzeitstelle

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Foto: Lino Mirgeler/dpa

SAARLAND

Fast jeder Fünfte mit Vollzeitjob verdient im Saarland nach einer aktuellen Studie nur Niedriglohn.

Besonders viele davon sind im Gastgewerbe tätig, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Das Institut wertete hierfür Daten der Bundesagentur für Arbeit aus, die erstmals auch regional bis auf die Ebene von Kreisen und Städten erhoben wurden. Dem WSI nach verdienten von den rund 250.000 Beschäftigten mit Vollzeitstelle im Jahr 2020 rund 18 Prozent weniger als 2284 Euro brutto im Monat. Dieses Bruttoeinkommen ist die Schwelle für die Definition von Niedriglohn gemessen am mittleren Verdienst aller Beschäftigten. Bei den Männern zählten demnach rund 15 Prozent zu den Geringverdienenden trotz Vollzeitjob, bei den Frauen waren es sogar rund 26 Prozent.

Der Erhebung zufolge werden bundesweit vor allem im Gastgewerbe, in der Landwirtschaft sowie bei Leiharbeit häufig Niedriglöhne gezahlt. Auch im Saarland waren drei Viertel der Menschen mit niedrigem Lohn im Gastgewerbe beschäftigt. Bundesweit finden sich außerdem Beschäftigte unter 25 Jahren (rund 39 Prozent) sowie Ausländer (rund 37 Prozent) besonders oft unter den Geringverdienenden.

Insgesamt ist der Anteil der Geringverdienenden in Deutschland aber seit 2011 von rund 21 Prozent auf rund 19 Prozent im Jahr 2020 gesunken. -dpa

RHEINLAND PFALZ

In Rheinland-Pfalz zählt fast jeder fünfte Beschäftigte nach einer Studie trotz Vollzeitarbeit zu den Geringverdienenden.

Davon waren vor allem Frauen betroffen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Das Institut wertete Daten der Bundesagentur für Arbeit aus, die erstmals auch regional bis auf die Ebene von Kreisen und Städten erhoben wurden. Demnach verdienten auf Grundlage der Erhebung aus dem Jahr 2020 von rund 900.000 Vollzeitbeschäftigten 18 Prozent weniger als 2284 Euro brutto im Monat. Dieses Bruttoeinkommen ist die Schwelle für die Definition von Niedriglohn gemessen am mittleren Verdienst aller Beschäftigten. Bei den Männern erhielten laut WSI 14 Prozent der Vollzeitbeschäftigten Niedriglohn, bei Frauen waren es sogar 27 Prozent.

Fast drei Viertel (73 Prozent) der Geringverdienenden in Rheinland-Pfalz waren in Hotels und Gaststätten beschäftigt. Außerdem werden auch in der Landwirtschaft sowie bei Leiharbeit häufig Niedriglöhne gezahlt.

Insgesamt ist der Anteil der Menschen mit Niedriglohn in ganz Deutschland seit 2011 aber kontinuierlich gesunken, von 21 Prozent auf bundesweit 19 Prozent im Jahr 2020. Bundesweit sind vor allem auch Beschäftigte unter 25 Jahren (rund 39 Prozent) sowie Ausländer (rund 37 Prozent) besonders häufig auf geringe Löhne angewiesen. -dpa

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